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Von ganzem Herzen Emily


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Rezension von

Letterschming

Von ganzem Herzen Emily "Von ganzem Herzen Emily" von der britischen Autorin Tanya Byrne ist im September 2013 in gebundener Form beim Oetinger-Verlag erschienen. Emily fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr Vater ein Krimineller ist. Dann wird er von Juliet, der Tochter eines seiner Opfer, lebensgefährlich verletzt. Für Emily steht fest, dass sie ihn rächen wird. Sie schmiedet einen Plan, wie sie das Vertrauen von Juliet und ihrem Freund Sid gewinnen kann. Doch dann verliebt sie sich in Sid und steht plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung. "Von ganzem Herzen Emily" setzt dort an, wo die eigentlich Handlung schon abgeschlossen ist. Emily ist in einer psychiatrischen Einrichtung und berichtet in Form eines Tagebuchs über ihre Erlebnisse dort und über das zuvor Geschehene. So kommt man nur nach und nach dahinter, was eigentlich passiert ist. Die Ereignisse eröffnen sich dem Leser nicht in chronologischer Reihenfolge. Stattdessen verdichten sich die am Anfang dürftigen Informationen mit der Zeit zu einem immer klareren Gesamtbild, doch erst ganz am Ende erlangt man schließlich den Durchblick. Die Auflösung ist gut gelungen und stimmig, kommt jedoch ein wenig abrupt. Im einen Moment versucht man noch, die ganzen losen Enden zu verknüpfen, und dann ist das Buch auch schon vorbei. Zwar handelt es sich um ein Jugendbuch, doch ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte sicher nicht geschadet. Es werden so viele Probleme und Konflikte angesprochen, dass Einiges durchaus noch detaillierter hätte ausgearbeitet werden können. Gut gefallen haben mir hier die Charaktere. Auch wenn es sich um junge Leute handelt, finden die Ereignisse auf einer anderen Ebene statt als bei vielen anderen Jugendbüchern. Familie, Freundschaft und Liebe prägen zwar immer den Inhalt besagter Kategorie, doch spielt sich das Geschehen meist in einem eher alltäglichen Rahmen ab. In diesem Roman hingegen geht die Autorin ins Extreme, fast schon ins Übertriebene, ohne dass es allerdings unglaubwürdig wirken würde. Dadurch sind die Figuren gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die über ihr Alter hinausgehen. Was andere Jugendbücher teilweise thematisieren, wirkt dagegen schon fast kleinlich. Die Erzählweise fand ich zunächst doch relativ irritierend. Schließlich bekommt man von der eigentlichen Geschichte überhaupt nichts mit. Der Roman beginnt mit einer direkten Ansprache Emilys an den Leser. Es wird so dargestellt, dass sie während ihres Aufenthalts in der Psychiatrie das Tagebuch geschrieben hat, welches nach der Schließung der Einrichtung liegen gelassen wurde. Als Leser findet man nun zufällig dieses Tagebuch. So begleitet man Emily durch ihren derzeitigen Alltag und setzt das vorangegangene Geschehen aus ihren Andeutungen dem Leser gegenüber und ihren Gesprächen mit ihrem Therapeuten zusammen. Allerdings gewöhnt man sich recht schnell an diesen speziellen Schreibstil. Durch die Tagebuchform ist die Erzählung sehr emotional. Emily kommentiert ausführlich das Geschehen und man versinkt tief in ihrer Gefühlswelt. So kann man sich schnell mit der Protagonistin identifizieren und brennt wirklich darauf, zu erfahren, was geschehen ist. Fazit: "Von ganzem Herzen Emily" ist ein beeindruckendes Jugendbuch, dass sich vor allem durch die starken Charaktere auszeichnet, die über die oftmals kindlich-naiven Jugendbuch-Figuren hinausgehen. Die Erzählweise mag am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, passt aber gut zu den Ereignissen und macht den Roman wirklich zu etwas Besonderem. Die einfühlsame Schilderung von Emilys Gefühlswelt und die extremen Ereignisse, denen sich die Protagonistin ausgesetzt sieht, sorgen dafür, dass man dieses Buch so schnell nicht vergisst.

"Von ganzem Herzen Emily" von der britischen Autorin Tanya Byrne ist im September 2013 in gebundener Form beim Oetinger-Verlag erschienen.

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Buchtitel
2
06.06.2016
4
06.06.2016

Emily fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr Vater ein Krimineller ist. Dann wird er von Juliet, der Tochter eines seiner Opfer, lebensgefährlich verletzt. Für Emily steht fest, dass sie ihn rächen wird. Sie schmiedet einen Plan, wie sie das Vertrauen von Juliet und ihrem Freund Sid gewinnen kann. Doch dann verliebt sie sich in Sid und steht plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung.

"Von ganzem Herzen Emily" setzt dort an, wo die eigentlich Handlung schon abgeschlossen ist. Emily ist in einer psychiatrischen Einrichtung und berichtet in Form eines Tagebuchs über ihre Erlebnisse dort und über das zuvor Geschehene. So kommt man nur nach und nach dahinter, was eigentlich passiert ist. Die Ereignisse eröffnen sich dem Leser nicht in chronologischer Reihenfolge. Stattdessen verdichten sich die am Anfang dürftigen Informationen mit der Zeit zu einem immer klareren Gesamtbild, doch erst ganz am Ende erlangt man schließlich den Durchblick. Die Auflösung ist gut gelungen und stimmig, kommt jedoch ein wenig abrupt. Im einen Moment versucht man noch, die ganzen losen Enden zu verknüpfen, und dann ist das Buch auch schon vorbei. Zwar handelt es sich um ein Jugendbuch, doch ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte sicher nicht geschadet. Es werden so viele Probleme und Konflikte angesprochen, dass Einiges durchaus noch detaillierter hätte ausgearbeitet werden können.

Gut gefallen haben mir hier die Charaktere. Auch wenn es sich um junge Leute handelt, finden die Ereignisse auf einer anderen Ebene statt als bei vielen anderen Jugendbüchern. Familie, Freundschaft und Liebe prägen zwar immer den Inhalt besagter Kategorie, doch spielt sich das Geschehen meist in einem eher alltäglichen Rahmen ab. In diesem Roman hingegen geht die Autorin ins Extreme, fast schon ins Übertriebene, ohne dass es allerdings unglaubwürdig wirken würde. Dadurch sind die Figuren gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die über ihr Alter hinausgehen. Was andere Jugendbücher teilweise thematisieren, wirkt dagegen schon fast kleinlich.

Die Erzählweise fand ich zunächst doch relativ irritierend. Schließlich bekommt man von der eigentlichen Geschichte überhaupt nichts mit. Der Roman beginnt mit einer direkten Ansprache Emilys an den Leser. Es wird so dargestellt, dass sie während ihres Aufenthalts in der Psychiatrie das Tagebuch geschrieben hat, welches nach der Schließung der Einrichtung liegen gelassen wurde. Als Leser findet man nun zufällig dieses Tagebuch. So begleitet man Emily durch ihren derzeitigen Alltag und setzt das vorangegangene Geschehen aus ihren Andeutungen dem Leser gegenüber und ihren Gesprächen mit ihrem Therapeuten zusammen. Allerdings gewöhnt man sich recht schnell an diesen speziellen Schreibstil. Durch die Tagebuchform ist die Erzählung sehr emotional. Emily kommentiert ausführlich das Geschehen und man versinkt tief in ihrer Gefühlswelt. So kann man sich schnell mit der Protagonistin identifizieren und brennt wirklich darauf, zu erfahren, was geschehen ist.

Fazit: "Von ganzem Herzen Emily" ist ein beeindruckendes Jugendbuch, dass sich vor allem durch die starken Charaktere auszeichnet, die über die oftmals kindlich-naiven Jugendbuch-Figuren hinausgehen. Die Erzählweise mag am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, passt aber gut zu den Ereignissen und macht den Roman wirklich zu etwas Besonderem. Die einfühlsame Schilderung von Emilys Gefühlswelt und die extremen Ereignisse, denen sich die Protagonistin ausgesetzt sieht, sorgen dafür, dass man dieses Buch so schnell nicht vergisst.

geschrieben am 19.10.2013 | 539 Wörter | 3188 Zeichen

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