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Die Geschichte der Welt - Ein Atlas


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Rezension von

Adrian Witt

Die Geschichte der Welt - Ein Atlas Seit dem erstmaligen Erscheinen einer umfangreichen Sammlung von Himmels-, Land- und Seekarten vom herzoglichen Kosmograph, Theologen und Philosophen Gheert Cremer, lat. Gerardus Mercator, im ausgehenden 16. Jahrhundert, bei deren Namensgebung der Begriff „Atlas“ vorangestellt wurde, ist die Wissensvermittlung über das Aussehen der Erde und ihre topografische Beschaffung in Form von Karten unweigerlich mit dem Begriff „Atlas“ verbunden. Zwar sind seither unzählige Publikationen erschienen, die ihren Nutzern durch thematisch, inhaltlich oder regional zusammenhängender Land- und Seekarten eine Orientierung versprechen. Doch an das interdisziplinare Zusammenspiel von Geografie und Geschichte, unter Einbeziehung der Geopolitik, die die Geschichte der Menschheit in ihrer Gesamtheit erfasst und in ihrer Komplexität anschaulich in Karten zu visualisieren vermag, haben sich bisher nur wenige Autoren herangewagt. Eine Ausnahme stellt Christian Grataloup dar, der als emeritierter Professor für Geogeschichte an der Universität Paris Cité zu den renommiertesten Historikern Frankreichs zählt. Dessen Publikation „Die Geschichte der Welt“ ist ein international erfolgreicher Bestseller, der im deutschsprachigen Raum bereits in der 8. Auflage im C.H.Beck Verlag vorliegt. Als Ergebnis seiner intensiven Zusammenarbeit mit 30 Experten ist mit diesem Buch ein 640 Seiten umfassendes Nachschlagewerk entstanden, das – chronologisch geordnet – alle historischen Epochen und Erdteile berücksichtigt und die Gesamtheit der Geschichte der Menschheit auf ungewöhnliche Weise in Karten zu visualisieren schafft. Gegliedert in 13 Kapitel, die sich inhaltlich der Frühgeschichte (Seite 13 bis 23), den ersten Zivilisationen (Seite 25 bis 33), der Vernetzung der Alten Welt (Seite 35 bis 59), den Gesellschaften der Alten Welt (bis 7. Jahrhundert) (Seite 61 bis 103), den Gesellschaften der Alten Welt (7. bis 15. Jahrhundert) (Seite 106 bis 221), der Welt im 15. Jahrhundert (Seite 224 bis 241), der Europäisierung der Welt (16. bis 18. Jahrhundert) (Seite 243 bis 285), Europa (16. bis 18. Jahrhundert) (Seite 288 bis 333), der von Europa dominierten Welt (vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1914) (Seite 335 bis 369), die nicht-europäischen Mächte (Ende 18. bis 19. Jahrhundert) (Seite 371 bis 393), Europa zwischen der Französischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg (1789 bis 1914) (Seite 396 bis 435), der Weltherrschaft des Westens (1914 bis 1989) (Seite 437 bis 561) sowie der Welt seit 1989 (Seite 563 bis 601) widmen, erhalten interessierte Leser einen detaillierten geo-historischen Überblick, der von den Mesopotamiern und alten Ägyptern bis zur Machtentfaltung Chinas im 21. Jahrhundert reicht und zudem thematische Randgebiete wie den Klimawandel, internationale Abkommen zum Schutz der Meere oder die Lage von Tiefseekabeln nicht unberücksichtigt lässt. Dabei wandeln die Leser auf den Spuren des Australopithecus und des Homo Sapiens, wobei Namen wie Orrorin, Melka Kunture oder Toumai Hinweise auf die Ursprünge unserer Vorfahren geben, während verschiedene Karten die Wanderungen unserer Vorfahren und die allmähliche Eroberung der Welt durch den Menschen aufzeigen. Hierzu gehören auch die Gründung der ersten Zivilisationen im Einflussgebiet des Fruchtbaren Halbmonds und folgender Gesellschaften im Mittelmeerraum, in Asien oder Nord- und Südamerika. Neben der geo-historischen Aufbereitung von mitunter komplexen Themengebieten werden im Kartenmaterial zudem Themen wie die Pest im Mittelalter, der Völkermord an den Armeniern, die Kolonialisierung Afrikas oder der Sechstagekrieg im Nahen Osten behandelt, wobei auch auf den Arabischen Frühling, die Hungerkatastrophe in der ehemaligen UdSSR und viele weitere historischen Ereignisse ausführlich eingegangen wird. Ergänzt wird das umfangreiche und farblich reichhaltig gestaltete Kartenmaterial, das aus insgesamt 515 Einzelkarten besteht, welches wiederum mit zahlreichen Symbolen, Kreisen, Linien und Pfeilen zur besseren Orientierung versehen ist, durch eine große Fülle von begleitenden Texten, Notizen und Hinweisen, die zahlreiche Hintergrundinformationen zu den Darstellungen in den Karten liefern. Dadurch kombiniert das opulent gestaltete Nachschlagewerk Geografie und Geschichte auf eine Weise, von der vor allem visuell angesprochene Leser – ganz gleich welchen Alters – ihren Gefallen finden dürften. Obwohl es sich bei vielen historischen Ereignissen der Vergangenheit um komplexe Sachverhalte handelt, die keine Momentaufnahme darstellen, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstreckt haben, gelingt es dem Geohistoriker Christian Grataloup überaus eindrucksvoll, die Weltgeschichte in all ihren Einzelheiten in Karten zu erfassen. Die von ihm gewählte Methode, opulent gestaltete Karten mit begleitenden Textelementen zu versehen, um ein weitgehend als trocken empfundenes Thema wie die Geschichte auch einer breiteren Leserschaft durch eine Visualisierung zugänglich zu machen, kann im didaktischen Sinne der Wissensvermittlung ebenso überzeugen, die die gewohnt qualitativ hochwertige Aufbereitung der Publikation durch das Münchner Verlagshaus C.H.Beck.

Seit dem erstmaligen Erscheinen einer umfangreichen Sammlung von Himmels-, Land- und Seekarten vom herzoglichen Kosmograph, Theologen und Philosophen Gheert Cremer, lat. Gerardus Mercator, im ausgehenden 16. Jahrhundert, bei deren Namensgebung der Begriff „Atlas“ vorangestellt wurde, ist die Wissensvermittlung über das Aussehen der Erde und ihre topografische Beschaffung in Form von Karten unweigerlich mit dem Begriff „Atlas“ verbunden.

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Zwar sind seither unzählige Publikationen erschienen, die ihren Nutzern durch thematisch, inhaltlich oder regional zusammenhängender Land- und Seekarten eine Orientierung versprechen. Doch an das interdisziplinare Zusammenspiel von Geografie und Geschichte, unter Einbeziehung der Geopolitik, die die Geschichte der Menschheit in ihrer Gesamtheit erfasst und in ihrer Komplexität anschaulich in Karten zu visualisieren vermag, haben sich bisher nur wenige Autoren herangewagt. Eine Ausnahme stellt Christian Grataloup dar, der als emeritierter Professor für Geogeschichte an der Universität Paris Cité zu den renommiertesten Historikern Frankreichs zählt. Dessen Publikation „Die Geschichte der Welt“ ist ein international erfolgreicher Bestseller, der im deutschsprachigen Raum bereits in der 8. Auflage im C.H.Beck Verlag vorliegt. Als Ergebnis seiner intensiven Zusammenarbeit mit 30 Experten ist mit diesem Buch ein 640 Seiten umfassendes Nachschlagewerk entstanden, das – chronologisch geordnet – alle historischen Epochen und Erdteile berücksichtigt und die Gesamtheit der Geschichte der Menschheit auf ungewöhnliche Weise in Karten zu visualisieren schafft. Gegliedert in 13 Kapitel, die sich inhaltlich der Frühgeschichte (Seite 13 bis 23), den ersten Zivilisationen (Seite 25 bis 33), der Vernetzung der Alten Welt (Seite 35 bis 59), den Gesellschaften der Alten Welt (bis 7. Jahrhundert) (Seite 61 bis 103), den Gesellschaften der Alten Welt (7. bis 15. Jahrhundert) (Seite 106 bis 221), der Welt im 15. Jahrhundert (Seite 224 bis 241), der Europäisierung der Welt (16. bis 18. Jahrhundert) (Seite 243 bis 285), Europa (16. bis 18. Jahrhundert) (Seite 288 bis 333), der von Europa dominierten Welt (vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1914) (Seite 335 bis 369), die nicht-europäischen Mächte (Ende 18. bis 19. Jahrhundert) (Seite 371 bis 393), Europa zwischen der Französischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg (1789 bis 1914) (Seite 396 bis 435), der Weltherrschaft des Westens (1914 bis 1989) (Seite 437 bis 561) sowie der Welt seit 1989 (Seite 563 bis 601) widmen, erhalten interessierte Leser einen detaillierten geo-historischen Überblick, der von den Mesopotamiern und alten Ägyptern bis zur Machtentfaltung Chinas im 21. Jahrhundert reicht und zudem thematische Randgebiete wie den Klimawandel, internationale Abkommen zum Schutz der Meere oder die Lage von Tiefseekabeln nicht unberücksichtigt lässt. Dabei wandeln die Leser auf den Spuren des Australopithecus und des Homo Sapiens, wobei Namen wie Orrorin, Melka Kunture oder Toumai Hinweise auf die Ursprünge unserer Vorfahren geben, während verschiedene Karten die Wanderungen unserer Vorfahren und die allmähliche Eroberung der Welt durch den Menschen aufzeigen. Hierzu gehören auch die Gründung der ersten Zivilisationen im Einflussgebiet des Fruchtbaren Halbmonds und folgender Gesellschaften im Mittelmeerraum, in Asien oder Nord- und Südamerika. Neben der geo-historischen Aufbereitung von mitunter komplexen Themengebieten werden im Kartenmaterial zudem Themen wie die Pest im Mittelalter, der Völkermord an den Armeniern, die Kolonialisierung Afrikas oder der Sechstagekrieg im Nahen Osten behandelt, wobei auch auf den Arabischen Frühling, die Hungerkatastrophe in der ehemaligen UdSSR und viele weitere historischen Ereignisse ausführlich eingegangen wird. Ergänzt wird das umfangreiche und farblich reichhaltig gestaltete Kartenmaterial, das aus insgesamt 515 Einzelkarten besteht, welches wiederum mit zahlreichen Symbolen, Kreisen, Linien und Pfeilen zur besseren Orientierung versehen ist, durch eine große Fülle von begleitenden Texten, Notizen und Hinweisen, die zahlreiche Hintergrundinformationen zu den Darstellungen in den Karten liefern. Dadurch kombiniert das opulent gestaltete Nachschlagewerk Geografie und Geschichte auf eine Weise, von der vor allem visuell angesprochene Leser – ganz gleich welchen Alters – ihren Gefallen finden dürften.

Obwohl es sich bei vielen historischen Ereignissen der Vergangenheit um komplexe Sachverhalte handelt, die keine Momentaufnahme darstellen, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstreckt haben, gelingt es dem Geohistoriker Christian Grataloup überaus eindrucksvoll, die Weltgeschichte in all ihren Einzelheiten in Karten zu erfassen. Die von ihm gewählte Methode, opulent gestaltete Karten mit begleitenden Textelementen zu versehen, um ein weitgehend als trocken empfundenes Thema wie die Geschichte auch einer breiteren Leserschaft durch eine Visualisierung zugänglich zu machen, kann im didaktischen Sinne der Wissensvermittlung ebenso überzeugen, die die gewohnt qualitativ hochwertige Aufbereitung der Publikation durch das Münchner Verlagshaus C.H.Beck.

geschrieben am 17.05.2024 | 697 Wörter | 4446 Zeichen

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