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Metropolen der Antike


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Rezension von

Adrian Witt

Metropolen der Antike Die Geschichte hat in der Siedlungsentwicklung der Menschheit ihre Spuren und Wunden hinterlassen. Die Unzulänglichkeiten des Menschen sind vielerorts deutlich sichtbar, aber auch die Fähigkeit Neues zu erschaffen – im Zweifel sogar aus dem Nichts. Doch obwohl von der antiken Welt vielerorts oft nur Ruinen übrig geblieben und viele Errungenschaften jener Zeit der Vergessenheit anheimgefallen sind, prägt die Antike bis heute nicht nur unsere schöngeistigen Künste, sondern vor allem die Architektur. So ist nur den Wenigsten wirklich bewusst, dass die gewaltigen Stahl- und Betonbauten der Moderne, die in den Himmel ragenden Glaspaläste sowie die gewaltigen Sportkampfstätten, die uns ins Staunen versetzen, in Wirklichkeit nur die Nachbildungen jener monomentaler Bauwerke sind, die vor vielen Generationen geschaffen wurden und oft noch heute vielerorts das Stadtbild prägen. Ob nun das Kolosseum in Rom, die Akropolis in Athen, die Hängenden Gärten von Babylon oder der Leuchtturm von Pharos in Alexandria – die Überreste und Ruinen einer längst vergangen Zeit faszinieren uns noch heute, wie auch der rege Kulturtourismus zeigt. Doch was die Besucher nicht zu sehen bekommen, ist die einstige Pracht dieser Metropolen zu ihrer Blütezeit. Der Architekt und Archäologe Jean-Claude Golvin versucht mit der erweiterten Auflage seines im wbd Philipp von Zabern Verlag (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) erschienen und aufwändig gestalteten Bildbands „Metropolen der Antike“ diese Lücke zu schließen, indem er den alten kulturellen Zentren der Menschheit durch Rekonstruktion ihr ursprüngliches Gesicht zurückgibt. Die Rekonstruktion, also den Versuch, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, bedeutet in diesem Kontext, eine klare Vorstellung vom Aussehen der untersuchten Städte zu vermitteln, indem man aus den verfügbaren bruchstückhaften Informationen, seien es antike Texte und Zeichnungen, Mosaiken, Reliefs oder archäologische Befunde, systematisch ein plausibles Bild von ihrem ursprünglichen Zustand entwirft. Doch in manchen Fällen muss die Fantasie aushelfen, um die Wissenslücke mehrerer tausend Jahre zu schließen. Umrahmt mit Texten von Aude Gros de Beler, Gérard Coulon und Frédéric Lontcho, die von Geneviève Lüscher und Birgit Lamerz-Beckschäfer übersetzt wurden, erweckt der Autor in seinem über 160 Zeichnungen umfassenden Werk die Welt der Antike zu neuem Leben. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit großer Liebe zum Detail veranschaulicht Jean-Claude Golvin die wichtigsten Metropolen des Altertums auf einer chronologisch-regionalen Rundreise, die vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. reicht. Ihren Ausgang nimmt die Reise im Vorderen Orient (8 dargestellte Städte), führt über Ägypten (11 dargestellte Städte), Griechenland (7 dargestellte Städte), die Türkei (7 dargestellte Städte), Italien und Kroatien (8 dargestellte Städte) schließlich nach Nordafrika (17 dargestellte Städte) und führt über Spanien und Portugal (5 dargestellte Städte) sowie Frankreich (12 dargestellte Städte) bis nach Deutschland und in die Schweiz (5 dargestellte Städte). Dabei wechseln sich die farbenprächtigen Panoramabilder, Aquarellzeichnungen und detailgetreuen Ansichten von Tempeln, öffentlichen Plätzen, Häfen und Palästen mit informativen Texten zu jedem Ort ab. Eine doppelseitige Übersichtskarte der alten römischen Welt, in welcher jede der besprochenen antiken Metropolen für den Leser verortet wird, ein Literaturverzeichnis sowie ein Glossar schließen den vorliegenden Bildband ab. Obwohl die Hinterlassenschaften der antiken Welt für die Menschen der Moderne größtenteils nur noch durch die Kunst und Literatur erschlossenen werden können, gelingt es Jean-Claude Golvin in seinem Werk „Metropolen der Antike“ auf beeindruckende Weise eine längst in Vergessenheit geratene und von den Bauwerken nachfolgender Generationen überbaute Welt wieder sichtbar zu machen. Das übersichtliche wie auch ansprechende Layout drängt sich dabei nicht in den Vordergrund, sondern ist farblich harmonisch auf die farbenprächtigen Zeichnungen abgestimmt und unterstützen die ohnedies schon gut gelungene Textstruktur. Ein in sich geschlossenes Meisterwerk, das den gewohnt qualitativ hochwertigen Anspruch des Verlages entspricht und in seiner Gesamtheit Freunden der Antike, der Architektur und der Geschichte als Ganzes lange Zeit gefallen dürfte.

Die Geschichte hat in der Siedlungsentwicklung der Menschheit ihre Spuren und Wunden hinterlassen. Die Unzulänglichkeiten des Menschen sind vielerorts deutlich sichtbar, aber auch die Fähigkeit Neues zu erschaffen – im Zweifel sogar aus dem Nichts. Doch obwohl von der antiken Welt vielerorts oft nur Ruinen übrig geblieben und viele Errungenschaften jener Zeit der Vergessenheit anheimgefallen sind, prägt die Antike bis heute nicht nur unsere schöngeistigen Künste, sondern vor allem die Architektur.

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So ist nur den Wenigsten wirklich bewusst, dass die gewaltigen Stahl- und Betonbauten der Moderne, die in den Himmel ragenden Glaspaläste sowie die gewaltigen Sportkampfstätten, die uns ins Staunen versetzen, in Wirklichkeit nur die Nachbildungen jener monomentaler Bauwerke sind, die vor vielen Generationen geschaffen wurden und oft noch heute vielerorts das Stadtbild prägen. Ob nun das Kolosseum in Rom, die Akropolis in Athen, die Hängenden Gärten von Babylon oder der Leuchtturm von Pharos in Alexandria – die Überreste und Ruinen einer längst vergangen Zeit faszinieren uns noch heute, wie auch der rege Kulturtourismus zeigt. Doch was die Besucher nicht zu sehen bekommen, ist die einstige Pracht dieser Metropolen zu ihrer Blütezeit.

Der Architekt und Archäologe Jean-Claude Golvin versucht mit der erweiterten Auflage seines im wbd Philipp von Zabern Verlag (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) erschienen und aufwändig gestalteten Bildbands „Metropolen der Antike“ diese Lücke zu schließen, indem er den alten kulturellen Zentren der Menschheit durch Rekonstruktion ihr ursprüngliches Gesicht zurückgibt. Die Rekonstruktion, also den Versuch, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, bedeutet in diesem Kontext, eine klare Vorstellung vom Aussehen der untersuchten Städte zu vermitteln, indem man aus den verfügbaren bruchstückhaften Informationen, seien es antike Texte und Zeichnungen, Mosaiken, Reliefs oder archäologische Befunde, systematisch ein plausibles Bild von ihrem ursprünglichen Zustand entwirft. Doch in manchen Fällen muss die Fantasie aushelfen, um die Wissenslücke mehrerer tausend Jahre zu schließen. Umrahmt mit Texten von Aude Gros de Beler, Gérard Coulon und Frédéric Lontcho, die von

Geneviève Lüscher und Birgit Lamerz-Beckschäfer übersetzt wurden, erweckt der Autor in seinem über 160 Zeichnungen umfassenden Werk die Welt der Antike zu neuem Leben. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit großer Liebe zum Detail veranschaulicht Jean-Claude Golvin die wichtigsten Metropolen des Altertums auf einer chronologisch-regionalen Rundreise, die vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. reicht. Ihren Ausgang nimmt die Reise im Vorderen Orient (8 dargestellte Städte), führt über Ägypten (11 dargestellte Städte), Griechenland (7 dargestellte Städte), die Türkei (7 dargestellte Städte), Italien und Kroatien (8 dargestellte Städte) schließlich nach Nordafrika (17 dargestellte Städte) und führt über Spanien und Portugal (5 dargestellte Städte) sowie Frankreich (12 dargestellte Städte) bis nach Deutschland und in die Schweiz (5 dargestellte Städte). Dabei wechseln sich die farbenprächtigen Panoramabilder, Aquarellzeichnungen und detailgetreuen Ansichten von Tempeln, öffentlichen Plätzen, Häfen und Palästen mit informativen Texten zu jedem Ort ab. Eine doppelseitige Übersichtskarte der alten römischen Welt, in welcher jede der besprochenen antiken Metropolen für den Leser verortet wird, ein Literaturverzeichnis sowie ein Glossar schließen den vorliegenden Bildband ab.

Obwohl die Hinterlassenschaften der antiken Welt für die Menschen der Moderne größtenteils nur noch durch die Kunst und Literatur erschlossenen werden können, gelingt es Jean-Claude Golvin in seinem Werk „Metropolen der Antike“ auf beeindruckende Weise eine längst in Vergessenheit geratene und von den Bauwerken nachfolgender Generationen überbaute Welt wieder sichtbar zu machen. Das übersichtliche wie auch ansprechende Layout drängt sich dabei nicht in den Vordergrund, sondern ist farblich harmonisch auf die farbenprächtigen Zeichnungen abgestimmt und unterstützen die ohnedies schon gut gelungene Textstruktur. Ein in sich geschlossenes Meisterwerk, das den gewohnt qualitativ hochwertigen Anspruch des Verlages entspricht und in seiner Gesamtheit Freunden der Antike, der Architektur und der Geschichte als Ganzes lange Zeit gefallen dürfte.

geschrieben am 10.10.2020 | 600 Wörter | 3814 Zeichen

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