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100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte


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Rezension von

Adrian Witt

100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte Wer die Geschichte der Luftfahrt verstehen m?chte, kommt an einer einfachen Wahrheit nicht vorbei: Flugzeuge sind nie blo?e Maschinen gewesen. Sie sind Zeugen ihrer Zeit ? die Ergebnisse technischer M?glichkeiten, politischer Ambitionen und gesellschaftlicher Sehns?chte nach der Ferne, gegossen in Stahl, Aluminium und schlie?lich Kohlefaser. Jede Epoche tr?gt dabei den Abdruck der Verh?ltnisse, aus denen sie hervorging: die k?hne Improvisationskunst der Pionierzeit, die r?stungsindustrielle Pr?gung der Kriegsjahrzehnte, der demokratisierte Massentransport der Nachkriegsmoderne und schlie?lich das n?chterne Effizienzgebot einer globalisierten Gegenwart. Inmitten dieses Panoramas nimmt die Lufthansa eine besondere Stellung ein. Gegr?ndet im Jahr 1926, nach dem zweiten Weltkrieg zerschlagen und schlie?lich im Jahr 1953 neu gegr?ndet, ist sie heute ein Symbol bundesdeutscher Aufbauleistung und Wirtschaftsgeschichte ? und zugleich ein Spiegelbild europ?ischer Zeitgeschichte. Kein anderes Unternehmen in Deutschland hat den Wandel der Mobilit?t so unmittelbar verk?rpert, kein anderes tr?gt in seiner Flugzeugflotte eine derart dichte Erz?hlung aus Aufbruch, Z?sur und Erneuerung. Das 100-j?hrige Unternehmensjubil?um, das am 15. April 2026 mit einem gro?en Festakt im Lufthansa Group Hangar One am Frankfurter Flughafen gefeiert wurde, l?dt daher nicht nur zum Feiern ein, sondern auch zur Reflexion ? ?ber das, was Fliegen einmal bedeutet hat und was es heute bedeutet. Genau in dieser Tradition steht die im GeraMond Verlag erschienene Publikation ?100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte? (ISBN: 978-3-987-02248-7) der fachkundigen Autoren Heinrich Gro?bongardt, Manfred Knappe und Dietmar Plath, die auf 192 Seiten den Versuch unternehmen, die hundertj?hrige Geschichte der Lufthansa ?ber das naheliegendste aller Mittel zu erschlie?en: ?ber die Flugzeuge selbst. Von der sechsmotorigen Dornier Do X der Gr?nderjahre ?ber die legend?re Junkers Ju 52 (Tante Ju) bis hin zu den Boeing-Ikonen 707 und 747 ? die Flotte der Lufthansa wird hier nicht als technische Inventarliste abgehandelt, sondern als das, was sie im besten Sinne ist: ein fliegendes Ged?chtnis, in dem sich ein ganzes Jahrhundert Luftfahrt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte spiegelt. Nach einem kurzen Vorwort von Heinrich Gro?bongardt, einem der renommiertesten Luftfahrtexperten Deutschlands, widmet sich das erste Kapitel der Publikation den Jahren 1926 bis 1945 und damit dem interessantesten Zeitraum der gesamten Luftfahrtgeschichte. Die Maschinen dieser ?ra ? von der Junkers F 13, dem ersten wirklichen zivilluftfahrttauglichen Ganzmetallflugzeug der Geschichte, ?ber die stromlinienf?rmige Heinkel He 70 (Blitz) bis hin zum monumentalen Dornier Do X, dem gr??ten Flugzeug seiner Zeit ? erz?hlen von einer Branche im Rausch der eigenen M?glichkeiten. Zugleich jedoch verdichtet sich in diesem Kapitel der dunkle Gegenhorizont: Die Focke-Wulf Fw 200 (Condor), urspr?nglich als transatlantisches Prestige-instrument ziviler Luftfahrt konzipiert, fand ihre traurige Bestimmung als Langstreckenbomber der Wehrmacht ? ein Schicksal, das exemplarisch f?r die Vereinnahmung ziviler Luftfahrt durch den Krieg steht. Mit dem zweiten Kapitel beginnt demgegen?ber mit dem Neustart im Jahr 1955 ein neues Kapitel in der Geschichte der Lufthansa ? und das im w?rtlichen Sinne. Die junge Bundesrepublik schickte ihre wiedergegr?ndete Lufthansa mit der Convair CV-340 auf Strecke, bescheiden im Vergleich zu dem, was kommen sollte, aber reich an symbolischer Bedeutung: Fliegen als Ausdruck des Wiederaufbaus und als sichtbares Bekenntnis zur R?ckkehr in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen. Dass wenige Jahre sp?ter bereits die Boeing 707 das Jet-Zeitalter einleitete und die Lockheed L-1049G die goldene ?ra der Propellermaschinen zu ihrem H?hepunkt f?hrte, zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich die Lufthansa in diesen Jahren neu erfand ? technisch wie kulturell. Im dritten Kapitel, das sich inhaltlich mit der Lufthansa ab dem Jahr 1971 befasst, markiert wiederum den Eintritt in die ?ra des Massenflugverkehrs, w?hrend die Flugzeugflotte jener Jahre ein Protokoll einer stillen Revolution darstellt. Mit der Boeing 747-200 ? dem ?Jumbo" unter den Flugzeugen, der der den Ozean demokratisierte ? ver?nderte sich nicht nur die Kapazit?t der Kabinen, sondern das gesamte gesellschaftliche Verh?ltnis zum Fliegen. Gleichzeitig vollzog sich mit dem Airbus A300 ein industriepolitischer Paradigmenwechsel: Europa antwortete auf die amerikanische Dominanz mit einem eigenen Gro?raumjet, und die Lufthansa wurde zu einer seiner wichtigsten Referenzkundinnen ? eine Partnerschaft, die die Luftfahrtgeschichte des Kontinents bis heute pr?gt. Der Abschnitt zur Lufthansa ab 1990 bis heute f?hrt schlie?lich in eine Welt, in der Effizienz und Nachhaltigkeit die Taktgeber sind, Reichweite und Kapazit?t aber dennoch neue Superlative erreichen. Der Airbus A380, dieses grandiose und zugleich fragw?rdige Monument des Gr??enwahns, steht hier neben dem hocheffizienten Airbus A350 und dem Boeing 787 Dreamliner ? Maschinen, die aus Kohlefaser gefertigt sind und den Anspruch verk?rpern, weiter zu fliegen und dabei weniger zu verbrauchen. Dass die Lufthansa den A380 inzwischen wieder ausgemustert hat, sagt viel ?ber den Wandel der Branche: Gr??e allein ist kein Argument mehr. Ein besonderes Kapitel verdient zudem die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung, die im Buch als institutionelles Ged?chtnis des Konzerns vorgestellt wird. Hier werden historische Flugzeuge bewahrt, restauriert und der ?ffentlichkeit zug?nglich gemacht ? ein Bem?hen um das historische Erbe, das in einer Branche mit so hohem Verschlei?grad umso bemerkenswerter erscheint und dem Buch eine zus?tzliche, fast museal anmutende Tiefe verleiht. Die abschlie?enden Abschnitte zu technischen Daten, weiteren Flugzeugen, Bildnachweisen und Impressum erf?llen, was ein Werk dieser Art erf?llen muss: Sie liefern die empirische Substanz, auf der alle erz?hlerische Einordnung erst ruhen kann. Die technischen Datenbl?tter sind dabei weit mehr als ein Appendix; denn f?r den kundigen Leser erschlie?en sie Zusammenh?nge, die im Flie?text nur angedeutet werden ? und laden zum Verweilen ein, lange nachdem die letzte Seite gelesen ist. Die im GeraMond Verlag erschienene Publikation ?100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte? ist am Ende weit mehr als die reine Aneinanderreihung legend?rer Flugzeugtypen der Zivilluftfahrt und ihrer Merkmale. Es ist vielmehr eine Einladung, die Geschichte eines Jahrhunderts durch das Cockpitfenster zu betrachten ? und dabei zu erkennen, dass hinter jedem Flugzeug stets mehr steckt als Technik: eine Entscheidung, ein Zeitgeist, eine Hoffnung. Heinrich Gro?bongardt, Manfred Knappe und Dietmar Plath gelingt in diesem Werk das seltene Kunstst?ck, technische Pr?zision und historische Erz?hlung so ineinander zu verweben, dass weder das eine noch das andere zu kurz kommt. Wer Luftfahrt liebt und ihre historische Dimension in Erfahrung bringen m?chte, wird dieses Buch mit Gewinn lesen und wer Geschichte liebt, mit Staunen.

Wer die Geschichte der Luftfahrt verstehen m?chte, kommt an einer einfachen Wahrheit nicht vorbei: Flugzeuge sind nie blo?e Maschinen gewesen. Sie sind Zeugen ihrer Zeit ? die Ergebnisse technischer M?glichkeiten, politischer Ambitionen und gesellschaftlicher Sehns?chte nach der Ferne, gegossen in Stahl, Aluminium und schlie?lich Kohlefaser. Jede Epoche tr?gt dabei den Abdruck der Verh?ltnisse, aus denen sie hervorging: die k?hne Improvisationskunst der Pionierzeit, die r?stungsindustrielle Pr?gung der Kriegsjahrzehnte, der demokratisierte Massentransport der Nachkriegsmoderne und schlie?lich das n?chterne Effizienzgebot einer globalisierten Gegenwart.

Inmitten dieses Panoramas nimmt die Lufthansa eine besondere Stellung ein. Gegr?ndet im Jahr 1926, nach dem zweiten Weltkrieg zerschlagen und schlie?lich im Jahr 1953 neu gegr?ndet, ist sie heute ein Symbol bundesdeutscher Aufbauleistung und Wirtschaftsgeschichte ? und zugleich ein Spiegelbild europ?ischer Zeitgeschichte. Kein anderes Unternehmen in Deutschland hat den Wandel der Mobilit?t so unmittelbar verk?rpert, kein anderes tr?gt in seiner Flugzeugflotte eine derart dichte Erz?hlung aus Aufbruch, Z?sur und Erneuerung. Das 100-j?hrige Unternehmensjubil?um, das am 15. April 2026 mit einem gro?en Festakt im Lufthansa Group Hangar One am Frankfurter Flughafen gefeiert wurde, l?dt daher nicht nur zum Feiern ein, sondern auch zur Reflexion ? ?ber das, was Fliegen einmal bedeutet hat und was es heute bedeutet.

Genau in dieser Tradition steht die im GeraMond Verlag erschienene Publikation ?100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte? (ISBN: 978-3-987-02248-7) der fachkundigen Autoren Heinrich Gro?bongardt, Manfred Knappe und Dietmar Plath, die auf 192 Seiten den Versuch unternehmen, die hundertj?hrige Geschichte der Lufthansa ?ber das naheliegendste aller Mittel zu erschlie?en: ?ber die Flugzeuge selbst. Von der sechsmotorigen Dornier Do X der Gr?nderjahre ?ber die legend?re Junkers Ju 52 (Tante Ju) bis hin zu den Boeing-Ikonen 707 und 747 ? die Flotte der Lufthansa wird hier nicht als technische Inventarliste abgehandelt, sondern als das, was sie im besten Sinne ist: ein fliegendes Ged?chtnis, in dem sich ein ganzes Jahrhundert Luftfahrt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte spiegelt. Nach einem kurzen Vorwort von Heinrich Gro?bongardt, einem der renommiertesten Luftfahrtexperten Deutschlands, widmet sich das erste Kapitel der Publikation den Jahren 1926 bis 1945 und damit dem interessantesten Zeitraum der gesamten Luftfahrtgeschichte. Die Maschinen dieser ?ra ? von der Junkers F 13, dem ersten wirklichen zivilluftfahrttauglichen Ganzmetallflugzeug der Geschichte, ?ber die stromlinienf?rmige Heinkel He 70 (Blitz) bis hin zum monumentalen Dornier Do X, dem gr??ten Flugzeug seiner Zeit ? erz?hlen von einer Branche im Rausch der eigenen M?glichkeiten. Zugleich jedoch verdichtet sich in diesem Kapitel der dunkle Gegenhorizont: Die Focke-Wulf Fw 200 (Condor), urspr?nglich als transatlantisches Prestige-instrument ziviler Luftfahrt konzipiert, fand ihre traurige Bestimmung als Langstreckenbomber der Wehrmacht ? ein Schicksal, das exemplarisch f?r die Vereinnahmung ziviler Luftfahrt durch den Krieg steht. Mit dem zweiten Kapitel beginnt demgegen?ber mit dem Neustart im Jahr 1955 ein neues Kapitel in der Geschichte der Lufthansa ? und das im w?rtlichen Sinne. Die junge Bundesrepublik schickte ihre wiedergegr?ndete Lufthansa mit der Convair CV-340 auf Strecke, bescheiden im Vergleich zu dem, was kommen sollte, aber reich an symbolischer Bedeutung: Fliegen als Ausdruck des Wiederaufbaus und als sichtbares Bekenntnis zur R?ckkehr in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen. Dass wenige Jahre sp?ter bereits die Boeing 707 das Jet-Zeitalter einleitete und die Lockheed L-1049G die goldene ?ra der Propellermaschinen zu ihrem H?hepunkt f?hrte, zeigt, mit welcher Geschwindigkeit sich die Lufthansa in diesen Jahren neu erfand ? technisch wie kulturell. Im dritten Kapitel, das sich inhaltlich mit der Lufthansa ab dem Jahr 1971 befasst, markiert wiederum den Eintritt in die ?ra des Massenflugverkehrs, w?hrend die Flugzeugflotte jener Jahre ein Protokoll einer stillen Revolution darstellt. Mit der Boeing 747-200 ? dem ?Jumbo" unter den Flugzeugen, der der den Ozean demokratisierte ? ver?nderte sich nicht nur die Kapazit?t der Kabinen, sondern das gesamte gesellschaftliche Verh?ltnis zum Fliegen. Gleichzeitig vollzog sich mit dem Airbus A300 ein industriepolitischer Paradigmenwechsel: Europa antwortete auf die amerikanische Dominanz mit einem eigenen Gro?raumjet, und die Lufthansa wurde zu einer seiner wichtigsten Referenzkundinnen ? eine Partnerschaft, die die Luftfahrtgeschichte des Kontinents bis heute pr?gt. Der Abschnitt zur Lufthansa ab 1990 bis heute f?hrt schlie?lich in eine Welt, in der Effizienz und Nachhaltigkeit die Taktgeber sind, Reichweite und Kapazit?t aber dennoch neue Superlative erreichen. Der Airbus A380, dieses grandiose und zugleich fragw?rdige Monument des Gr??enwahns, steht hier neben dem hocheffizienten Airbus A350 und dem Boeing 787 Dreamliner ? Maschinen, die aus Kohlefaser gefertigt sind und den Anspruch verk?rpern, weiter zu fliegen und dabei weniger zu verbrauchen. Dass die Lufthansa den A380 inzwischen wieder ausgemustert hat, sagt viel ?ber den Wandel der Branche: Gr??e allein ist kein Argument mehr. Ein besonderes Kapitel verdient zudem die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung, die im Buch als institutionelles Ged?chtnis des Konzerns vorgestellt wird. Hier werden historische Flugzeuge bewahrt, restauriert und der ?ffentlichkeit zug?nglich gemacht ? ein Bem?hen um das historische Erbe, das in einer Branche mit so hohem Verschlei?grad umso bemerkenswerter erscheint und dem Buch eine zus?tzliche, fast museal anmutende Tiefe verleiht. Die abschlie?enden Abschnitte zu technischen Daten, weiteren Flugzeugen, Bildnachweisen und Impressum erf?llen, was ein Werk dieser Art erf?llen muss: Sie liefern die empirische Substanz, auf der alle erz?hlerische Einordnung erst ruhen kann. Die technischen Datenbl?tter sind dabei weit mehr als ein Appendix; denn f?r den kundigen Leser erschlie?en sie Zusammenh?nge, die im Flie?text nur angedeutet werden ? und laden zum Verweilen ein, lange nachdem die letzte Seite gelesen ist.

Die im GeraMond Verlag erschienene Publikation ?100 Jahre Lufthansa - Alle Flugzeuge und ihre Geschichte? ist am Ende weit mehr als die reine Aneinanderreihung legend?rer Flugzeugtypen der Zivilluftfahrt und ihrer Merkmale. Es ist vielmehr eine Einladung, die Geschichte eines Jahrhunderts durch das Cockpitfenster zu betrachten ? und dabei zu erkennen, dass hinter jedem Flugzeug stets mehr steckt als Technik: eine Entscheidung, ein Zeitgeist, eine Hoffnung. Heinrich Gro?bongardt, Manfred Knappe und Dietmar Plath gelingt in diesem Werk das seltene Kunstst?ck, technische Pr?zision und historische Erz?hlung so ineinander zu verweben, dass weder das eine noch das andere zu kurz kommt. Wer Luftfahrt liebt und ihre historische Dimension in Erfahrung bringen m?chte, wird dieses Buch mit Gewinn lesen und wer Geschichte liebt, mit Staunen.

geschrieben am 19.06.2026 | 969 Wörter | 6155 Zeichen

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